24. August 2011 / 2 Kommentare

"Gefällt mir"-Button verstößt gegen deutsche Datenschutzbestimmungen

Nach einer neuen Analyse von Datenschützern verstößt der auf Webseiten häufig genutzte „Gefällt mir“-Button von Facebook aktuell gegen deutsches Recht. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD) stellte fest, dass dieser nicht mit den Bestimmungen des Datenschutzes und des Telemediengesetzes (TMG) vereinbar ist.

So heißt es in einer Presseerklärung:

Bei Nutzung der Facebook-Dienste erfolgt eine Datenweitergabe von Verkehrs- und Inhaltsdaten in die USA und eine qualifizierte Rückmeldung an den Betreiber hinsichtlich der Nutzung des Angebots, die sog. Reichweitenanalyse. Wer einmal bei Facebook war oder ein Plugin genutzt hat, der muss davon ausgehen, dass er von dem Unternehmen zwei Jahre lang getrackt wird. Bei Facebook wird eine umfassende persönliche, bei Mitgliedern sogar eine personifizierte Profilbildung vorgenommen. Diese Abläufe verstoßen gegen deutsches und europäisches Datenschutzrecht. Es erfolgt keine hinreichende Information der betroffenen Nutzerinnen und Nutzer; diesen wird kein Wahlrecht zugestanden; die Formulierungen in den Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien von Facebook genügen nicht annähernd den rechtlichen Anforderungen an gesetzeskonforme Hinweise, an wirksame Datenschutzeinwilligungen und an allgemeine Geschäftsbedingungen.

Dieser Meinung hat sich nun auch der Niedersächsische Landesbeauftragte für den Datenschutz (LFD) angeschlossen.

Die ausführliche Datenschutzrechtliche Bewertung könnt ihr hier nachlesen.

Ich habe daher den Button bis zur Beseitigung der rechtswidrigen Zustände durch Facebook von meiner Webseite entfernt.

2 Kommentare

  1. Mi sagt:

    „Ich habe daher den [Facebook-]Button … von meiner Webseite entfernt.“ – DIr ist bewusst, dass sowohl der +1 Button von Google als auch der Twitter Button dasselbe Prinzip verfolgt? Quelle: http://is.gd/WOI3uw und http://is.gd/gPwqem

    Diese Datenschützer, die solchen Unfug verursachen, sind schon allein schlimm genug – schlimmer noch sind nur die Blogger und Nutzer, die solchen Blödsinn auch noch ernst nehmen, dann aber wieder nicht ernst genug, weil sie sich nicht informieren. Es ist lächerlich, wenn du den Facebook Button entfernst, aber die anderen Button lässt!

    Btw: Dein Kommentar Forumlar macht die Eingabe einer Email Adresse zwingend erforderlich. Die Begründung deines Formulars ist die Gravatar-Erkennung. Dies widerspricht dem Prinzip der Datensparsamkeit (http://is.gd/7zwhYZ), d.h. dem §3a BDSG, sofern der Nutzer keine Gravatar-Erkennung möchte und vielleicht gar keinen Gravatar hat!

    Ich hoffe, du merkst, wie absurd es ist, den Facebook Button wegen ein paar Datenschützern mit zu viel Freizeit zu entfernen, aber gleichzeitig +1 Button und Twitter-Button zu lassen und auch im Formular gegen deutsches Recht zu verstoßen.

    Just my 2 cents.

    • Olli sagt:

      Hallo Mi,

      Fakt ist, dass (zumindest) derzeit lediglich der Facebook-Button in das Visier der Datenschützer geraten ist. Weder der +1- oder der Twitter-Button noch die (auf so ziemlich allen mir bekannten Blogs) zwingende Eingabe einer Mailadresse zum Kommentieren sind vom Datenschutz bisher gerügt worden. Das wird wohl einen Grund haben…

      Ich kann dir leider gar nicht folgen, wenn du Datenschutz als Blödsinn titulierst; der ist sicher heutzutage wichtiger als je zuvor. Allerdings bin auch ich der Meinung, dass es von manch einem etwas übertrieben wird, Beispiel Geheimhaltung der eigenen IP-Adresse.

      Blogger wie ich, die das aus Spaß an der Freude machen, sind letztendlich doch die Leidtragenden, wenn etwas nicht zu hundertprozent rechtlich korrekt ist. Dabei spreche ich nicht unbedingt von Sanktionen der Datenschutzbehörden, die übrigens durchaus Bußgelder verhängen können, sondern in erster Linie von Rechtsanwaltskanzleien, die diese Dinge aufgreifen und massenhaft Webseitenbetreiber abmahnen.

      Gruß Olli

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